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wolfgangheller @ grundschule.com

Wolfgang Heller
35789 Weilmünster im Taunus

Einfach heller lernen

 

Erasmus Offenbach
Erasmus-Offenbach
GS Weilmünster
 

Trotz Corona fit fuers Gymi .....

An Schulbüchern und  Heften kann man auf einen Blick ablesen, ob eine Klasse die Lernziele eines Schuljahres erreicht hat oder nicht. Am augenscheinlichsten wird das, wenn das neue Schuljahr mit dem alten Schulbuch begonnen wird. Die Corona-Zwangspause an unseren Schulen wird das Problem in diesem Jahr extrem befördern. Die zu erwartenden Folgen: Lernlücken, Lernbrüche und Lernprobleme in einem ganzen Schülerjahrgang.

 

Das lässt mich aber nicht verzagen, weil ich weiß, dass man Defizite recht gut aufarbeiten kann. Ich habe vielfach problematische Kinder und Klassen übernommen, um sie wieder auf Kurs zu bringen. Das KnowHow dazu habe ich während meines ersten "Schul-Halbjahres" 1969 von meinem Rektor gelernt und über die Jahre perfektioniert.

 

Wichtig für den durchgehenden Lernerfolg ist es, alle Lernziele eines Schuljahres sorgfältig aufzulisten, jedem Lernziel einen Zeitrahmen zuzuordnen und daraus einen konsequenten Unterrichtsplan für das Schuljahr zu entwickeln. Nach diesem Plan werden die Lernziele, so konsequent es geht, abgearbeitet. Möglichst zeitgenau. 

 

Weil unsere Zeit wird nicht für die Mikro-Ziele reicht, konzentrieren wir uns auf die Makro-Ziele. Die listen wir hier auf und gehen sie an. WH, April 2020

 

Das erwarten Gymnasien  .....

Kinder, die erfolgreich ins Gymnasium starten wollen, ...

 

  • sollten fließend Handschrift schreiben können
  • sollten altersgemäß rechtschreibsicher schreiben
  • sollten zügig schreiben können
  • sollten sowohl langsam betont wie auch schnell Sinn erfassend lesen können

 

  • sollten aufmerksam, reaktionsschnell und gut sortiert sein

 

  • sollten sich im Zahlenraum bis zur Million gut auskennen
  • sollten das 1x1 , das 1+1 und das 1-1 perfekt aus dem Kopf beherrschen
  • solten die 4 Grundrechenarten inklusive Komma rechnen können
  • sollten die Maße kennen und umrechnen können
  • sollten die Grundrechenarten im Sachzusammenhang anwenden können
  • sollten Zahlen und Diagramme lesen und darstellen können
  • sollten geometrische Formen und Figuren kennen und 
    altersgemäß berechnen können.

Wer das kann, kann einen guten Start hinlegen. 

 

Wenn wir uns diesen Anforderungskatalog ansehen, ergeben sich daraus unsere Lernziele.

 

Die 3 Basics

Natürlich kann ich nicht als einzelne Person ein komplette WebSite zu allen Themen und Fächern der Grundschule schreiben. Das will ich auch gar nicht.

 

Wenn es um einen erfolgreichen Wechsel von der Grundschule zur weiterführenden Schule geht, kommt es in aller Regel auf einen guten Schnitt der Noten in den Fächern Mathe, Deutsch und Sachunterricht an. 

 

Mit grundschule.com und gymi.de habe ich das Ziel, Kindern Hilfen und Tipps an die Hand zu geben, mit denen sie möglichst erfolgreich die Grundschule und auch den Übergang zur weiterführenden Schule bestehen können.

 

1. Möglichst perfekt lesen können

Kinder, die zum Gymnasium wechseln wollen, sollten jeden Text lesen können. In der Grundschule wird gerne verlangt, langsam und schön betont zu lesen. Das ist gut, aber füs Gymi muss man auch schnell lesen könenn. Das könnt ihr einfach trainieren, indem ihr gegen die Stoppuhr oder den Sekundenzeiger eurer Küchenuhr lest. Nehmt euch eine Geschichte aus einem Buch vor, beginnt, wenn der Sekundenzeiger auf 12 steht und leset 60 Sekunden lang.  Lest eine Minute lang so schnell ihr könnt. Das muss sich nicht gut anhören. Wichtig ist, mit den Augen immer ein Stück weiter zu sein, als mit dem Mund. Das zeichnet gute Leser aus. Schnelles Lesen ist wichtig, um größere Texte schnell und Sinn erfassend durcharbeiten zu können.  Ich setze euch einen Maßstab: Gute Leser aus meinen 4. Klassen schafften 200-250 Wörter in der Minute. Sehr gute Leser lesen um die 300 Wörter in der Minute. Ich selbst schaffe je nacht Text 400 bis 700 Wörter. Es gibt Leser, die schaffen 1200 Wörter in der Minute. Der Weltrekord liegt bei etwa 4000 Wörtern in der Minute. 

 

2. Möglichst perfekt schreiben können

Dass Kinder, die zum Gymnasium wechseln wollen, zügig und lesbar Handschrift schreiben können, halte ich für unverzichtbar für den Lernerfolg. Dazu gehört auch ein altersgemäßes Maß an Rechtschreibsicherheit.

 

Wenn ich eine Klasse übernehme, bitte ich die Kids zuerst einmal, ihre Schreibhefte aus dem Ranzen zu nehmen und schreibfertig auf den Tisch zu legen. In der Regel liegt das Mäppchen zum Beginn der Stunde zugeklappt aber geöffnet auf dem Tisch. 

 

Dann beginne ich, aus dem Stegreif einen aktuellen Text zu diktieren. Schon in der ersten Minute erkenne ich die Stärken einzelner Kinder und die Schwächen anderer Kinder. Die Schwächen beginnen damit, dass die Hefte nicht auf den Tisch gelegt werden, dass kein schreibbereiter Stift verfügbar ist. Aus solchen Nachlässigkeiten entwickeln sich Lerndefizite. 

 

Wenn ich dann in diktiergerechtem Tempo diktiere, erkenn ich die Kinder, die dem Text nicht folgen können. Das ist zum Teil eine Frage der Aufmerksamkeit, zum Teil eine Folge langsamen Schreibens. Daran ist also zu arbeiten. Wir müssen in der Schule nicht nur Schönschreiben üben, wir müssen auch 'Schneller-Schreiben bis hin zu Schnell-Schreiben' trainieren und den Fokus ein Stück weit weg von der langsamen Schönschrift hin zur lesbaren Arbeissschrift gehen.

 

Ungezählte Kinder schreiben schlechte Diktate, weil sie gelernt haben, es schön zu machen. Schön zu schreiben. Langsam zu schreiben. Sie beißen sich an einem fehlenden Wort fest und verlieren darüber den Anschluss. Um ein Wort richtig zu schreiben lösen sie eine ganze Fehlerkette fehlender Wörter aus. Hier müssn wir lernen, ein Wort auch einmal sausen zu lassen, um den Anschluss zu behalten.

 

Der zweite Bereich des Schreibenkönnens liegt im gestaltenden Schreiben. Im Schreiben von Aufsätzen aller Art. Die nehmen wir uns zum Schluss vor, wenn wir fit im Schreiben sind.

 

3. Möglichst perfekt rechnen können

Mathematik ist mehr als Rechnen. Aber ohne rechnen zu können, seht ihr in der Mathematik alt aus. Das beginnt mit dem 1+1, also der einfachen Addition innerhalb der Hunderter. Die muss perfekt und schnell kommen. Gleiches gilt für das 1-1, also die Subtraktion innerhalb des Hunderters. Beides brauchen wir auch im erweiterten Zahlenraum, also bis hinauf in die Hunderttausend.

 

Das zweite Elend in den meisten Klassen ist eine unzureichende Kenntnis des 1x1. Bei jedem Schritt in der schriftlichen Multiplikation und Division rechnen Kinder das 1x1 immer wieder von unten nach oben, weil sie die einzelnen Aufgaben und Ergebnisse nicht automatisiert im Kopf haben.Es gibt auch immer noch Klassen, bei denen das 1X1 nur in Form der Ergebnisreihen gelernt wird. Da fehlen alle Vernetzungen. Schrecklich. Ganz schlimm wird es, wenn bei der Schriftlichen Division herausgefunden werden muss, wie oft die 5 in der 37 steckt. Da erlebt man Dramen. Kinder leiden an Defiziten, die sie selbst nicht zu verantworten haben. In solchen Fällen liegt die Verantwortung bei Schule und Elternhaus. Nicht bei den Kindern. Hier muss die Schule üben, üben üben und im Elternhaus heißt es auch wieder üben. So lange, bis die Aufgaben eingebrannt sind. Das 1+1, das 1-1 und das 1X1 machen wir zum Thema.

 

Wenn wir fit in den vorgenannten Basics sind, lernen wir die Grundrechnarten noch einmal gründlich. Wenn ich hin und wieder in Klassen vertreten habe, konnte ich immer wieder sehen, wie kompliziert und uneinheitlich die Verfahren unterrichtet werden und wie unzureichend sie eingeübt sind.  Mein Statement: Potentielle Hauptschüler können Meister der Grundrechenarten sein. Da gibts keine Ausrede.

 

Bei den Maßen scheiden sich die Geister. Während die meisten zwar mit Metern und Kilometern oder mit Zentimetern und Metern zurechtkommen, fällt es vielen Kindern schwer, die Zwischenbezüge zu verstehen und anzuwenden.  Ähnlich gilt dies für Gewichte und Hohlmaße. Ein besonders schwieriges Kapitel ist das Rechnen mit der Zeit. Wir versuchen da, so weit wie möglich zu kommen.

 

Möglichst viel wissen und verstehen ...

Das ist ein Thema, das ich zusammen mit den Diktat-Texten umzusetzen versuche. Dazu komme ich aber erst, wenn die Mathe-Hefte abgeshclossen und verfügbar sind.

 

Die 'Nebenfächer'

Für viele Kinder sind die Nebenfächer ihre eigentlichen Hauptfächer. Hier können sie zeigen und erleben, wie gut sie musizieren können, wie gut sie am Reck turnen können oder welch großartige Bilder sie gestalten können. Ich erinnere mich da einen Buben, der wegen Mathe und Deutsch schließlich die Hauptschule besuchte, obwohl er im Sachunterricht beispiellos viel wusste und vernetzen konnte und handwerklich schon Ende des 4. Schuljahres das KnowHow eines geprüften Handwerksgesellen hatte. Diese Fächer hier darzustellen, fehlen mir die Möglichkeiten. Deshalb beschränke ich mich auf die drei Pfeiler der Grundschule Lesen, Schreiben und Rechen. Allerdings versuche ich, mit den Diktaten soviel Sachunterrichtswissen wie möglich zu transportieren.

 

 

Wolfgang Heller, 16.04.2020