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Wolfgang Heller
35789 Weilmünster im Taunus

Einfach heller lernen

 

Erasmus Offenbach
Erasmus-Offenbach
GS Weilmünster
 

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Ich konnte mir nicht vorstellen, Lehrer zu werden

Nur wenige Lehrer in Deutschland dürften so wie ich über ein halbes Jahrhundert  unterrichtet haben, so, wie ich es konnte. Nach dem Abitur wollte ich mir noch alles andere vorstellen, als Lehrer zu werden. Zu frisch und zu gespalten waren die Erinnerungen an Schule und Lehrer. Nach eineinhalb Jahren Wehrdienst hatte ich aber den Wunsch, so schnell wie möglich zu studieren und so schnell wie möglich arbeiten zu können.  

 

 

 

Mein Lehrerhalbjahr im Westerwald

Das war mit dem Lehrerstudium möglich. Ich habe mich gesputet und stand, gerade 24 Jahre alt geworden, am 13. Januar 1969  als frisch gebackener Lehrer für Grund-, Haupt- und Realschule mit den Fächern Mathe, Sport und Geografie vor meiner ersten Klasse in Breitscheid, oben im Hohen Westerwald. Die Lehrerin der Klasse war mitten im 4. Schuljahr nach Frankfurt versetzt wurde.

 

Mein neuer Chef nahm mich denn auch gleich zur Seite und sagte mir die Wacht am Rhein an: "Du übernimmst hier eine gut geführte Klasse mitten im Schuljahr, ein halbes Jahr vor dem Wechsel zur weiterführenden Schule. Ich erwarte von dir, dass du dafür sorgst, das die Kinder einen guten Übergang zur weiterführenden Schule finden. Ich werde ein wachsames Auge auf dich haben."

 

Das brauchte er nicht. Er hatte mich bei meinem Ehrheiz gepackt. Ich setzte mich noch in der ersten Woche an meine alte Schreibmaschine, tippte einen sehr detaillierten und zeitgenauern Plan für den Rest des Schujahres auf einen neuen Bogen Papier und unterrichtete die verbleibenden Wochen exakt nach Plan, Kalender und Uhr. 

 

Am 18. Juli 1969 vormittags, als die ersten Astronauten zur Mondlandung ansetzten, übergab ich meinem Rektor eine gut geführte und gut auf den Schulwechsel vorbereitete Klasse.

 

Die wenig gegleiderte Schule

Nach dem Start im Hohen Westerwald bat ich um Versetzung in meine Taunusheimat. Das klappte auch. Nach den Sommerferien unterrichtete ich dann für 2 Jahre an der wenig gegliederten Landschule in Lauuseschbach. Dort unterrichtete ich zwei Jahre eine 3. und eine 4. Klasse in einem Raum.  Dazu fachfremd, aber sprachgewandt genug, auch noch Englisch in der Klasse 5-6-7-8. Alle Kids in einem Raum. 4 Unterrichtsprogramme. Ein pädagogisch-methodischer Crashkurs.

 

Im Westerwald habe ich geplantes , zeitpräzises Unterrichten gelernt. In der Landschule in Laubuseschbach Flexibilität und Differenzierung. Mit diesen 3 Skills im Gepäck war ich fortan für jede Aufgabe bestens gerüstet: Präzise Planung und Umsetzung, Flexibilität und die Fähigkeit Unterricht, Stoff und Lernziele den  unterschiedlichsten Kindern differenziert anzubieten. Fit für alle Aufgaben.

 

Angekommen

Als zwei Jahre später die Landschulen der Gemeinde in der neuen Gesamtschule Weilmünster zusammengeführt wurden, wechselte ich mit meinen Kids zur Gesamtschule Weilmünster. Die wurde später in eine Gesamtschule und eine Grundschule aufgespalten. Ich blieb bei letzterer und konnte dort sehr frei unterrichten, bis ich 2010 nach 41 Schuljahren pensioniert wurde.

 

Nur wenige Wochen nach meiner Pensionierung erhielt ich die Einladung, im frisch gegründeten Bildungshaus Erasmus-Offenbach den Aufbau der Grundschule zu beg/leiten. Schule, Team und Vision sagten mir so zu, dass ich insgesamt noch weitere 10 Jahre dort als Lehrer und Coach unterrichtete. Mit der Corona-Pandemie beendete ich diese Zeit.

 

Meinen Ruhestand nutze ich jetzt, um meine WebSite www.grundschule.com von Grund auf neu aufzubauen. Wolfgang Heller, im Juli 2023