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Wolfgang Heller
35789 Weilmünster im Taunus

Einfach heller lernen

 

Erasmus Offenbach
Erasmus-Offenbach
GS Weilmünster
 

Basics Grundschule

Ein paar Basics ….

 

Für den Erfolg ist nicht nur das Lernen wichtig. Es gibt eine Reihe weiterer Faktoren die sich nicht unerheblich auf den Lernerfolg auswirken.Es geht in der Schule nicht allein um Themen und Kompetenzen. Wer erfolgreich lernen will, wer in der Schule erfolgreich mitarbeiten will, muss auch auf diese oft unbeachteten, scheinbaren Nebensächlichkeiten achten. Sie machen ganz schnell mal ein Drittel und mehr des Lernerfolgs bzw. einer Note aus.

 

Das Arbeitszeug muss immer komplett und funktionsfähig sein!

 

Es sollte eigentlich selbstverstämndlich sein, dass Kinder mir komplettem und perfektem Arbeitszeug in die Schule kommen. Das ist Voraussetzung, um in jeder Situation erfolgreich mitarbeiten zu können. Man sollte meinen, das sei selbstverständlich. Ist es aber leider nicht. Rund 30 % der Kinder einer Klasse leiden unter dem Handicap und den Folgen unvollständiger und nicht gebrauchstüchtiger Materialien. Das Problem wäre/ist mit ein wenig gutem Willen und einer minimalen Konsequenz ganz einfach abzustellen.

 

Kinder müssen schreiben können !

 

Schreiben können war zu meiner Zeit als Schüler und zu meiner Zeit als Lehrer selbstverständlich. Schreiben können heißt, Texte in Schreibschrift bei ordentlicher Heftführung – wir fangen oben links an und beenden eine Seite unten rechts – sowohl abschreiben wie auch nach Diktat niederschreiben zu können. Was habe ich da schon gesehen ....

In den letzten jahren ist die Kompetenz des Schreibens vielfach in den Schulen verlottert.  In der Folge der unseligen Vereinfachten Ausgangsschrift haben viele Kinder nicht mehr gelernt, ordentlich zu schreiben. Das was sie schrieben, war anschließend nicht mehr zu lesen. Statt sich um die Handschrift zu bemühen, fängt die Politik anb, die Handschrift abzuschaffen.

 

Schreibenkönnen heißt auch, ...

 

...Ziffern und Zahlen in die dafür bestimmten Kästchen schreiben zu können und auch hier links oben anzufangen, angemessene Abstände einzuhalten und die Seite bis rechts unten auszunutzen. Mit ökomomischer Heftführung leisten wir einen wichtigen ökologischen Beitrag !!!!

 

Ein Erlebnis , das mich schockiert hat :

 

Anlässlich eines Treffens der 4.Klass-Lehrer mit den Lehrern eines aufnehmenden Gymnasiums fragte eine Lehrerin im Forum: Müssen die Kinder des 4. Schuljahres schon Handschrift schreiben können, wenn sie ins Gymnasium wechseln ?

 

Mein Standpunkt dazu:

 

Kinder lernen in der ersten Hälfte des 1. Schuljahres Wörter, Sätze und kleine Texte in Druckschrift schreiben. Lehrer sind gut beraten und Kinder gut unterrichtet, wenn Kinder schon zur Mitte des 1. Schuljahres die Schreibschrift konsequent lernen und anwenden. Kinder, die im 4. Schuljahr noch drucken, sind hochgradig benachteiligt. Das ist das Gegenteil der immer gerne propagierten Chancengleichheit. 

 

Die Heftführung

 

  • Was auf den ersten Blick banal wirkt, kann sich zum gewichtigen Handicap auswachsen. Kinder müssen die Namen der Hefte kennen. Ein Matheheft ist kein Herzchenheft, sondern von der ersten Schulstunde an ein Rechen- oder Matheheft.
  • Kinder müssen lernen, Hefte von oben links nach unten rechts und von vorne nach hinten zu führen. Kinder müssen lernen, Abschnitte durch freie Reihen zu trennen. Datumsangaben gehören an den Rand. Ebenso Anmerkungen.
  • Wir schreiben im 1. Jahr mit leicht korrigierbarem Bleistift, ab Mitte des 2. Jahres auch mit Füller oder korrigierbaren Tintenrollern. Kluge Lehrer schätzen Tintenkiller.
  • Füllerführerscheine sind pädagogischer Firlefanz. Kinder lernen auch ohne Führerschein mit Füller schreiben. Die Bestätigung kommt durchs 'Können'!

 

Mäppchen

 

Ein Mäppchen mit 2 Bleistiften, 1. Radiergummi, 1 Spitzer und 5 Buntstiften in den Farben rot, gelb, grün, blau und braun sind perfekt für den Start in die Schule. Mit Mäppchen meine ich übersichtliche Reißverschluss-Mäppchen. Schlampermäppchen sind überflüssige, ablenkende, störende Zeiträuber. Wir brauchen in der Schule auch keine mehrstöckigen Mäppchen. Sich darin zurechtzufinden kostet Zeit und damit Chancen.

 

Ein kleines Geodreieck für Striche und erste Messungen sollte in keinem Mäppchen fehlen. Im 4. Schuljahr sollten noch Zirkel, größeres Geodreieck und ein 30-cm-Lineal dazukommen.

 

Sammelmappen

 

Schule und Unterricht leiden an der Unzahl der heute verlangten Sammelmappen und Schnellhefter. Es ist nicht selten, dass Eltern zum Schulanfang 6, 7 oder gar 8 Schnellhefter in vorgeschriebenen Farben anschaffen müssen, damit all die Arbeitsblätter, die in der Schule ausgefüllt werden den für sie richtigen Platz finden.

 

Arbeitsblätter gehören, wenn sie bearbeitet sind und der Inhalt im Kopf verinnerlicht ist, in die Papiertonne. Ihr stellt euch die Gesichter der Eltern in einer Elternverammlung nicht vor, als das ich auf die Frage nach dem Verbleib der Arbeitsblätter antwortete.

 

Der richtige Platz für das, was wir lernen, ist nicht die Sammelmappe oder der Sammelordner, sondern der richtige Platz für Gelerntes ist unser Kopf. Der hat Platz für alles, was wir lernen !!!

 

Gelerntes gehört in den Kopf, Arbeitsblätter in die Recycling-Tonne

 

Lerninhalte gehören als Gelerntes und Kompetenzen in den Kopf, Arbeitsblätter in die blaue Tonne, wenn sie nach ein paar Tagen ihren Zweck erfüllt haben. So lernen wir erfolgreicher und schonen nicht nur unsere Nerven, sondern auch Umwelt und Resourcen.

 

Wolfgang Heller, März 2026

Erfolgreiches Lernen verlangt Ordnung, Einfachheit, Klarheit, Übersichtlichkeit, ...

 

Erfolgreiches Lernen verlangt Ordnung, Klarheit, Einfachheit und Übersicht.
Deshalb sage ich: 
Räumt auf, räumt aus: Die Ranzen, die Schreibtische, die Klassenschränke, die Klassenzimmer und vor allem die Bildungspläne, wie man sie  heute auch nennt  Erfolgreiches Lernen braucht Einfachheit und Klarheit.

 

Um erfolgreich zu lernen, brauchen wir nicht die Unzahl der heute verlangten Sammelmappen in unterschiedlichen Farben, die Unzahl der muffigen Kopien und Arbeitsblätter, die Unzahl der Bücher, Hefte und anderen Materialien. Wir müssen wieder lernen, unseren Kopf zu gebrauchen. Was nutzt euch ein voller Ranzen, wenn es brennt, wenn ihr die Heimat verlassen müsst, fliehen müsst? Nur das, was ihr im Kopf habt, könnt ihr mit euch tragen!

 

Die klugen Männer der Antike sind unser Vorbild
Mach euch mal klar: Die klugen Männer der Antike wie Aristoteles, Euklid, Erathostenes, Diogenes, Pythagoras und andere zeichneten in den Sand und schrieben auf Tontäfelchen, bestenfalls auf Papyrus. Und doch verstanden und erklärten sie schon vor über 2000 Jahren unsere Welt. Sie wussten, ihre Sinne und ihren Kopf zu nutzen. Auch wir wollen lernen, unseren Kopf zu gebrauchen. 

Gebraucht euren Kopf, eure Vorstellungskraft - use it or lose it !

Vor Jahren sah ich einen Fernsehbeitrag, der über eine technische Universität in Indien berichtete. Da stand der Professor mit seinen Studenten um einen Motor herum. Er erklärere ihnen, wie der Motor arbeitet, wie er funktioniert, Einfach in die Vorstellung hinein. Er 'zwang' die Studenten, sich vorzustellen, was da im Inneren des Motors vor sich geht, wenn er läuft.  Diese Art des Unterrichtens muss wieder viel mehr in der Schule eingesetzt und genutzt werden: Lernen in den Kopf hinein, speichern im Kopf, verarbeiten und weiterdenken im Kopf. So kriegen wir die Zukunft hin. Nicht mit stumpfen Arbeitsblättern und primitiver Triple-Choise.

 

Lern-Ökonomie 

Viel erreichen - mit möglichst wenig Aufwand!

Ich sage gerne von mir, dass ich ein 'fauler Lehrer' bin.  Mein Prinzip war immer und ist es noch heute, mit geringstem Aufwand bestmögliche Ergebnisse zu erreichen. Das ist mir gelungen, das gelingt mir noch heute. Selbst im fortgeschrittenen Alter.

 

Seit es in Hessen Lernvergleiche gibt, schnitten meine Klassen immer überdurchschnittlich ab. Mit meiner letzten Klasse von Erasmus Offenbach schafften wir es in den Vergleichstests sogar unter die besten  Hessischen Grundschulen.

Wir müssen die Grundschule nicht neu erfinden:

 

  • Es ist nicht nötig die Grundschule neu zu erfinden. Alles, was wir brauchen ist schon  erfunden, bekannt und vorhanden. 
  • Wir müssen die Grundschule nur frei nach Marie Kondo, der japanischen Ordnungsforscherin, wieder frei legen.  
  • Frei legen unter all dem pädagogischen lähmenden Messie-Wust, den eine vermeintlch fortschrittliche linke Pädagogik in den letzten Jahrzehnten in die Schule geschleppt hat.

 

Wolfgang Heller, März 2026