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Wolfgang Heller
35789 Weilmünster im Taunus

Einfach heller lernen

 

Erasmus Offenbach
Erasmus-Offenbach
GS Weilmünster
 

MiniUni

Für die MiniUni suche ich noch das Format

Erst einmal: Texte zum Lesen, Schreiben, Verstehen, Wissen, .....

 

Statt sich im Unterricht Wochen mit einem Thema zu befassen, habe ich es geliebt, möglichst viele Themen anzusprechen. Die dafür aber etwas kompakter. Gerne habe ich dazu Sachunterricht und Deutschunterricht vernetzt und da, wo es sinnvoll und wichtig war, auch die Mathematik noch eingebunden. das Ergebnis war ein meist recht spannender Unterricht, der mir genau so wie den Schülern Spaß gemacht hat.

 

Ich hatte auch nie Probleme, einen Unterrichtsplan einfach zu verwerfen, wenn morgens im Radio  über ein besonders aktuelles und interessantes Thema  berichtet wurde.  Noch auf dem Weg zur Schule habe ich mir die Struktur der Stunde zurechtgelegt. So konnte ich ungezählte topaktuelle Stunden unterrichten. Ich denke, diese Art des freien Arbeitens hat mir die Freude am Unterrichten bis heute erhalten. Deshalb wird die Seite MiniUni auch nicht konsequent von vorne nach hinten geschrieben. Ich sehe sie als so eine Art Sammelordner für interessante, wissenswerte und aktuelle Themen.

 

Besser schreiben - mehr wissen - Vernetztes bzw. vernetzendes Lernen

 

Das tapfere Schneiderlein ist dafür bekannt, dass es 3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen hat. Ich habe gelernt, dass man in der Schule keine Gelegenheit vergehen lassen darf, ohne sie möglichst effizient zu nutzen. Deshalb schreibe ich meine Diktate gerne mit Mehrfachnutzen.  Den nachfolgenden Text könnt ihr ganz oder teilweise schreiben, ihr könnt euch ganz viele neue Wörter herausziehen und einprägen, ihr erfahrt etwas über die kleine Eiszeit der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts  und ihr erfahrt, dass die Not dieser Eiszeit die Französische Revolution ausgelöst hat. Und die wiederum hat entschieden, die alten Körpermaße endlich durch ein modernes Maßsystem zu ersetzen. All das nenne ich vernetztes oder vernetzendes Lernen. WH, 5.5.2021

 

Um euch die Geschichte unseres Meters als ein wenig zu veranschaulichen, habe ich einen Ausschnitt unseres Zahlenstrahls fotografiert und den Zeitpunkt der Französischen Revolution eingetragen. Die französische Nationalversammlung hat damals entschieden, ein modernes Maß einzuführen.  Mit meiner Schrift auf dem I-Pad bin ich noch nicht zufrieden. Ich arbeite daran.

 

Von der Erfindung des Meters

 

Etwa zu der Zeit, als Kolumbus nach Amerika aufbrach, kühlte sich das Klima ab. Es begann die sogenannte Kleine Eiszeit. In den Alpen und in Nordeuropa dehnten sich die Gletscher aus. Die Winter wurden länger und kälter, die Sommer kürzer, kühler und regenreicher. Viele Menschen in Europa litten Hunger und Not. Ganz extrem wurde es in den Jahren 1788 und 1789 in Frankreich. Selbst die Bauern litten Hunger und Not. Nur die Speicher der Klöster und Schlösser waren noch halbwegs gefüllt.

 

Nachdem die Brotpreise dann so hoch stiegen, dass die Bürger sie kaum mehr bezahlen konnten, verlangten sie vom französischen König Ludwig XVI,  im Parlament mehr mitbestimmen zu dürfen. Als der König und der Adel das zu verhindern  versuchten, verloren die Bürger die Geduld. Am 14. Juli 1789 stürmten sie die Bastille, ein berüchtigtes Gefängnis in Paris. Sie suchten dort nach Pulver und Waffen für ihre Revolution. Die Französische Revolution wurde dann so grausam, aber auch erfolgreich, dass sie ganz Europa veränderte. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit stehen noch heute als Begriffe für diese Revolution.

 

Nachdem der König hingerichtet war, bestimmte fortan die Nationalversammlung, also das Parlament, die Politik. Eine der ersten Entscheidungen war die Abschaffung der alten Körpermaße, Fuß, Spanne, Schritt, Elle usw.  Sie sollten durch eine neues Maßsystem ersetzt werden.  Es dauerte noch fast ein Jahrzehnt, bis die Entscheidung umgesetzt war. Aber dank dieser mutigen Entscheidung des französischen Parlaments messen wir heute fast überall auf der Welt mit den Maßen, die damals festgelegt wurden.

 

Es war ein langer und interessanter Prozess, bis der erste Urmeter in seiner Länge festgelegt war. Die Wissenschaftler einigten sich darauf, den Meter als den 10.000.000 (zehnmillionsten) Teil der Entfernung zwischen Nordpol und Äquator festzulegen. Deshalb können wir auch heute sagen. Der Meter ist der 40.000.000 (vierzigmillionste) Teil des Erdumfangs. Weil die Erde keine gleichmäßig runde Kugel ist, schlichen sich kleine Fehler ein. Deshalb sagen die Forscher heute:  Ein Meter ist die Strecke, die das Licht in einer 300millionsten Sekunde zurücklegt. Ganz schön kompliziert.

 

Damit auch alle zukünftig den Meter und seine Ableitungen Zentimeter, Millimeter und Kilometer nutzen, wurde schon 1793 ein Urmeter aus Messing hergestellt. Der war in Paris im Nationalmuseum aufbewahrt. Alle Länder, die das Metermaß einführen wollten, ließen sich eine Kopie anfertigen. Hundert Jahre später wurden ein neuer Urmeter und 30 Kopien gefertigt. Der Urmeter lagert auch weiter in Paris. Die 30 Kopien wurden an interessierte Länder verlost. Deutschland  erhielt ein Exemplar für sich und eines für  Bayern.  Beide Exemplar lagern heute in Braunschweig in der Physikalisch-Technischen-Bundesanstalt. Heute messen die meisten Länder der Welt mit dem Meter, der vor über 200 Jahren in Paris als gemeinsames Maß festgelegt wurde.

 

Unsere Geschichte in aller Kürze - Texte zum Lesen, Schreiben und Verstehen

Auch wenn Geschichte in ihrer reinen Form aus der Schule verbannt ist, halte ich es für wichtig und durchaus spannend, angefangen von der 4. Klasse an, ein wenig in unsere Geschichte zurückzublicken.

 

Immer, wenn mir mal der Sinn danach steht, schreibe ich hier ein Kapitel weiter. So werden wir nach und nach so eine Art Geschichts-Leiste entwickeln, an der man unsere Geschichte ganz einfach ab- und nachlesen kann.

Alle folgenden Texte sind noch nicht endgültig überarbeitet. Ihr könnt sie aber schon nutzen.

 

Wann beginnt eigentlich unsere Zeitrechnung?

 

Die Menschen haben sich schon früh mit dem Kalender und der Zeitrechnung befasst. Vor allem die alten Ägypter waren schon sehr erfahren in der Gestaltung und Nutzung von Kalendern. Von ihnen hat sich Julius Cäsar den Kalender abgeguckt und 47 vor Christus den Julianischen Kalender, der nach ihm benannt wurde, verbindlich gemacht. Verblüffend ist, dass schon der Julianische Kalender vor über 2.000 Jahren von der Länge eines Jahres von 365 Tagen und 4 Stunden ausging. Das ist bis auf 11 Minuten und 14 Sekunden genau die Zeit, die wir auch heute nach über 2000 Jahren unserem Kalender zugrunde legen.

  

Wann beginnt der Kalender ?

 

Unser Kalender, also der christliche Kalender beginnt am 1. Januar im Jahre 1 um 0 Uhr. Ein Jahr 0 gibt es nicht. Mit der 1. Minute am 1. Januar startete damals das Jahr 1 nach Christus. Diesen Beginn haben die Kalendermacher so festgelegt. Es gibt aber auch andere Startpunkte für den Kalender. In oströmischen Kalendern wird vielfach die Gründung Roms als Startpunkt für den Kalender angenommen. Die Gründung Roms liegt 753 Jahre vor Christi Geburt. Damit würde ein Kalender, der dieses Datum als Start nutzt, jetzt das Jahr 2018 + 753, also 2771 zählen. Bis vor 500 Jahren hat man sogar die Erschaffung der Erde als Zeitpunkt für den Start des Kalenders angesetzt. Die Erschaffung der Erde soll in den christlichen Kalendern bei 5184 Jahren vor Christus liegen, im jüdischen Kalender 3761 wird die Erschaffung der Erde zum Zeitpunkt von 3761 Jahren vor Christi Geburt angenommen.

 

Was bedeutet eigentlich Christi Geburt ?

 

Wenn wir ein Datum mit dem Begriff Christi Geburt verbinden, beziehen wir uns auf das Jahr, das als das erste Jahr deschristlichen Kalenders festgelegt wurde. Der beginnt am 1. Januar im Jahre 0001 um 1 Minute nach Mitternacht. Das ist aber nicht die tatsächliche Stunde, zu der Jesus geboren wurde. Das ist ein festgelegter Zeitpunkt, weil wir nicht wissen, wann Jesus genau geboren wurde.

 

Wenn man bei Wikipedia nach dem Beginn der Zeitrechnung fragt, erhält man die unterschiedlichsten Antworten. Da steht geschrieben, dass Papst Gregor der Große, der vor etwa 1500 Jahren lebte, die Erschaffung der Welt vor 5184 Jahren als Beginn der Zeitrechnung annahm. Ein irischer Theologe verlegte die Erschaffung der Erde auf 4004 Jahre von Jesus Christus Geburt. Der jüdische Kalender geht von der Schöpfung der Erde aus, die 3761 Jahre vor Christi Geburt stattgefunden haben soll.

 

Papst Gregor XII.I ließ 1583 die Erschaffung der Erde auf 3950 Jahre vor Christi Geburt festlegen.

Unsere christliche Zeitzählung beginnt dann schließlich mit der Geburt Jesu. Die ist für die 1. Minute des 1. Januar des Jahres 1 angenommen. Von da an zählt die Zeit.

 

Wann ist Jesus geboren ?

 

In der Bibel steht geschrieben, dass die Eltern Jesu anlässlich einer Volkszählung nach Nazareth wanderten, um sich dort zählen zu lassen. Dort soll Jesus in einem Stall geboren sein. In welchem Jahr das war, können die Forscher bis heute nicht genau sagen. Es gibt aber verschiedene Indizien. Zu der Zeit, als Jesus geboren wurde soll ein heller Stern am Abendhimmel gesehen worden sein. Astronomen können solche Ereignisse ziemlich genau berechnen. Über den Jahreswechsel der Jahre 12/11 zog der Halley'sche Komet über den Abendhimmel. Im Jahre 7 vor Christus gab es eine Konjunktion von Jupiter und Saturn, die besonders hell am Himmel schien. Im Winter der Jahre 5 auf 4 zog eine helle Supernova über den Himmel und im Winter 2 auf 3 gab es eine besonders helle Konjunktion von Jupiter und Venus. Bis heute können sich die Forscher aber nicht auf ein Ereignis einigen, zu dem Jesus geboren sein könnte.

 

Aus der Geschichte wissen wir aber auch andere Fakten. Wir wissen von Johannes, dem Täufer, der zu Zeiten des Herodes lebte. Und wir wissen auch, dass Herodes ein jüdischer König war, der zu Zeiten des römischen Kaisers Augustus lebte. Bekannt und belegt ist auch, dass König Herodes im Jahre 4 vor Christus starb. Dazu ist bekannt, dass Herodes einige seiner Söhne und andere junge Männer vor Gericht stellen und hinrichten ließ, weil sie ihm nach dem Leben trachteten.

 

 Wenn Jesus zu der Zeit geboren wurde, als sich seine Eltern in Nazareth zur Volkszählung aufhielten, müsste er im Jahre 6 nach Christus geboren sein. Denn in diesem Jahr fand eine Volkszählung im Römischen Reich statt. Das wissen wir aus römischen Schriften, die zeitlich genau eingeordnet werden können.

 

Interessant ist, dass der christliche Kalender Äthiopiens dieses Jahr als Geburtsjahr Jesu annimmt. Zumindest können wir annehmen, dass Jesus irgendwann zwischen den Jahren 10 vor Christus und 6 nach Christus geboren ist.

 

Letztlich spielt es keine Rolle, genau zu wissen, wann Jesus geboren wurde. Wichtig ist zu wissen, wie er mit seinem Leben und seinem Tod den Lauf der Weltgeschichte beeinflusst hat. Auch das ist ein wichtiges Kapitel Geschichte.

 

Wir beginnen unsere kleine Diktatsammlung zur Geschichte mit Julius Cäsar und Kaiser Augustus. Sie lebten zur Zeitenwende, wie man den Wechsel der Zeit vor und nach Christus auch bezeichnet.

 

Julius Cäsar

 

Julius Cäsar wurde 100 Jahre vor Christi Geburt geboren. Als Sohn aus einer vornehmen Familie, strebte er schon früh das hohe Amt eines Consuls an. Die Senatoren wollten das aber verhindern. Mit der Hilfe mächtiger Freunde erreichte Cäsar schließlich doch sein Ziel…. . Im alten Rom war geregelt, dass ein Consul nur ein Jahr amtieren durfte. Dann musste er einem neuen Consul Platz machen. Weil Cäsar aber während seiner Zeit als Consul immer wieder gegen Gesetze verstieß, drohte ihm am Ende seiner Zeit als Consul eine Strafe. Trickreich wie er war, schaffte er es, als Statthalter von Gallien straffrei zu bleiben. Über ein Jahrzehnt war er als Statthalter in Gallien unterwegs und unterwarf alle gallischen Stämme. Seine Gegner waren da die Vettern von Asterix und Obelix.

 

Nach fast zehn Jahren wurde Cäsar von seinem Amt als Statthalter Roms in Gallien nach Rom zurückgerufen. Seine Soldaten sollte er in Gallien zurücklassen. Cäsar war aber klar, dass ihm in Rom eine Anklage wegen Gesetzesbruch drohte. Deshalb überschritt er zusammen mit seinen Soldaten 49 v.C. den Fluss Rubikon. Das war eine Kriegserklärung an den römischen Senat. Es folgte ein Bürgerkrieg, den Cäsar gewann. Als Diktator herrschte er dann die nächsten 5 Jahre in Rom.

 

Der Krieg gegen seinen Widersacher Pompeius führte ihn bis nach Ägypten. Hier lernte er nicht nur Cleopatra sondern auch den ägyptischen Kalender kennen. Als ‚Julianischen Kalender‘ führte er ihn dann auch im Römischen Reich ein.

Die Senatoren konnten es nicht verwinden, dass Cäsar immer wieder gegen die geltenden Gesetze verstieß. Sie verabredeten sich deshalb, ihn gemeinsam während einer Senatssitzung zu ermorden. In den Iden des März umringten sie ihn während einer Senatssitzung und stachen ihn gemeinsam nieder.

 

Kaiser Augustus

 

Augustus war ein Großneffe Cäsars. Als er von dessen Tod hörte eilte er nach Rom. Dort erfuhr er, dass Cäsar ihn als Sohn adoptiert hatte und zu seinem Alleinerben gemacht hatte. Währenddessen griff Cäsars Mitconsul und Unterfeldherr Marcus Antonius nach der Macht in Rom. Das gefiel den römischen Senatoren gar nicht. Sie statteten Augustus mit Geld, allen Vollmachten und ausreichend Soldaten aus und schickten ihn in den Kampf gegen Marc Anton. 43 v.C., ein Jahr nach Cäsars Tod, schlug Augustus Marc Anton in der Schlacht von Mutina.

Nach der siegreichen Schlacht erzwang Augustus seine erneute Ernennung zum Consul. Marc Anton hatte zwar wieder neue Legionen um sich versammelt, sah aber, dass er gegen Augustus zu diesem Zeitpunkt keine Chance hatte. Deshalb verbündete er sich jetzt mit ihm und einem weiteren Feldherrn zum zweiten Triumvirat. Gemeinsam teilten sie das römische Reich unter sich auf.

 

Aber Augustus wartete nur auf die Gelegenheit, Alleinherrscher zu werden. Einen seiner Verbündeten aus dem Triumvirat hatte er schon entmachtet. Nun stand auf dem Weg zur Alleinherrschaft nur noch March Anton im Weg. Die Gelegenheit, auch Marc Anton aus dem Weg zu räumen ergab sich, als dieser sich von seiner römischen Frau scheiden ließ und eine Beziehung mit Kleopatra einging. Als Marc Anton dann auch noch Caesars Sohn mit Cleopatra zum Erben eines Teils des römischen Reichs einsetzte und auch noch Cleopatras Söhne, erhielt Augustus vom Senat den Auftrag, Marc Anton und dessen Heer zu vernichten und Ägypten als Provinz in das römische Reich einzugliedern. Nach einer heftigen Seeschlacht und eine langen Blockade von Marc Antons Flotte siegte Augustus. Als Augustus dann auch noch das ägyptische Alexandria einnahm, begingen Marc Anton und Kleopatra Selbstmord um nicht im Triumphzug durch Rom geführt zu werden. Ägypten wurde römische Provinz. Im Jahre 29 v. C. endete der fast 100-jährige Bürgerkrieg.

 

Die nächsten Jahre nutzte Augustus, um die innere Ordnung im Römischen Reich wieder herzustellen. Der Senat erhielt seine Macht zurück, es wurden auch jährlich wieder neue Konsuln bestimmt und auch die während der Wirren der Bürgerkriege ausgesetzten Gesetze wurden wieder in Kraft gesetzt.

 

Augustus nutzte die Zeit aber auch, um für sich eine besondere Position zu schaffen. Mit dem Zusatz Cäsar zu seinem Namen, war er so eine Art erster Kaiser, hielt sich dabei jedoch klugerweise im Hintergrund, um den Römern das Gefühl zu lassen, die Republik sei wieder eingerichtet. Allerdings unter dem Schutz und der Aufsicht Oktavians.

Oktavian ordnete und erweiterte das Römische Reich nach Norden nach Norden und nach Westen bis weit nach Spanien hinein. Die Römer überschritten auch den Rhein, wurden aber im Jahre 9 von ihrem Schüler Arminius im Teutoburger Wald vernichtend geschlagen.

Augustus starb im Jahre 14. Vorher hatte er schon seinen Stiefsohn Tiberius zu seinem Nachfolger bestimmt.

 

Ihm folgten zahlreiche Cäesaren mit teils klangvollen Namen wie Caligula, Nero, Vespasian, Hadrian, Marc Aurel, Aurelian, Diokletian bis hin zu den gotischen Königen Odoaker und Theoderich.

 

Odoaker und Theoderich waren schon keine gebürtigen Römer mehr sondern Stammesführer der Goten, die ihren Regierungssitz auch nicht mehr in Rom, sondern an der Adria in Raben, dem heutigen Ravenna hatten.

 

Mit ihnen endete das Römische Reich zwar nicht, doch nach ihnen verlor vor allem Westrom immer mehr an Macht und Einfluss, während Ostrom mit seiner Hauptstand Byzanz noch über ein Jahrhundert ordnende Macht am östlichen Mittelmeer blieb.

Im Westen verschob sich das Machtzentrum langsam von Italien nach Frankreich und Deutschland, wo das das Reich der Franken unter Karl dem Großen um 800 n. C. sich zum mächtigen Römischen Reich Deutscher Nation entwickelt.

Doch davon später.

 

Rückblick auf die Gründung Roms

 

Wie und wann Rom gegründet wurde, wissen wir nur ungefähr. Die Sage berichtet, dass Aeneas, einer der Prinzen von Troja, aus dem brennenden Troja flüchtete, über Karthago die italienische Halbinsel erreichte und dort von den Göttern bestimmt,  eine Siedlung gründete, aus der Rom entstand.

 

Da gibt es auch noch die spannende Sage von Romulus und Remus, den Zwillingen göttlichen Ursprungs, die im Tiber ausgesetzt wurden, von einer Wölfin gesäugt und von dem Hirten Faustulus gerettet und aufgezogen wurden und später Rom aufbauten. Die Geschichte endet damit, dass Romulus seinen Bruder Remus erschlug, als dieser über dessen Stück der Stadtmauer spottete.

 

Der Sage nach wurde Rom im Jahr 753 vor Christus gegründet.

 

Wir wissen auch, dass in Rom über die folgenden 200 Jahre Könige herrschten und dass dann um 500 vor Christi Geburt zur Republik wurde.

 

Die Republik wurde regiert von einem Senat, dessen Mitglieder sich aus den vornehmen Familien der Stadt, den Patriziern, zusammensetzte. Die Senatoren wählten jeweils für ein Jahr zwei Konsuln. Die regierten Rom für diese Zeit, mussten aber zum Ende des Jahres zurücktreten, um zwei neu gewählten Konsuln die Macht zu überlassen. Die Wahl und die Regierungszeit der Konsuln war gesetzlich festgeschrieben. Kein Konsul durfte zwei Jahre hintereinander regieren. Erst nach einem Jahr Pause konnte er sich wieder bewerben. So verhinderte die Römer, dass ein Konsul die Macht über die Stadt an sich reißen konnte.

Nur in gefährlichen Zeiten bestimmte der Senat einen Diktator, der für die Zeit der Gefahr die Stadt und die Legionen führen durfte. War die Zeit abgelaufen, musste der Diktator seinen Auftrag zurückgeben.

 

Die Sage von der Gründung Frankfurts

 

Ich bin Hesse, wohne nahe Frankfurt, habe deswegen eine besondere Beziehung zu Frankfurt und seiner Geschichte. Ein Element der Frankfurter Geschichte ist die Sage über die Entstehung von Frankfurt. Ich erzähle sie euch hier.

 

Vor langer Zeit lagen die Sachsen und die Franken im Krieg miteinander. König Karl wollte die Sachsen zum Christentum bekehren. Die weigerten sich aber, ihre Religion aufzugeben. Immer wieder gab es Kämpfe und Schlachten. In einer der Schlachten waren die Sachsen übermächtig. Karl und sein Heer drohten zu verlieren.

 

Im  aufkommenden Nebel zogen sich die Franken nach Norden zurück. Ein großer Fluss hielt sie auf. Karl betete um Hilfe und Rettung. Da verdichtete sich der Nebel. Aus dem Nebel trat eine weiße Hirschkuh mit Kalb, die den Fluss, es war der Main, mit ihrem Kalb an einer flachen Stelle überquerte. Karl erkannte das himmlische Zeichen und folgte mit all seinen Männern der Hirschkuh über die Furt auf die andere Seite des Flusses. Dort schlug er sein Lager auf.

 

Als die Sachsen den Fluss erreichten, konnten sie keinen Übergang finden. Die Franken waren gerettet. Zum Dank für die Rettung, nannte Karl den Ort der Franken Furt, also Frankfurt. Als er dann später die Sachsen geschlagen hatte und zum Christentum bekehrt hatte, ließ er hier eine Pfalz, also eine Burg errichteten. Als Kaiser besuchte Karl der Große vor 1200 Jahren immer wieder seine Pfalz in Frankfurt.

 

Weitere Texte zum Lesen und Schreiben

Unsere Erde 1

Unsere Erde ist ziemlich groß. Um den Äquator herum misst sie etwa 40.000 Kilometer. Wollten wir ein Loch von der einen Seite zur anderen Seite Bohren müsste unser Bohrer über 12000 Kilometer lang sein. Natürlich geht das nicht. So einen langen Bohrer könnte man gar nicht antreiben. Außerdem würde der Bohrer in der Gluthitze des Erdinneren wie Butter schmelzen. Als die Erde vor 5 Milliarden von einem Meteoriten aus der Sonne herausgesprengt wurde, war sie riesiger Feuerball. Inzwischen ist sie außen abgekühlt.

 

Unsere Erde 2

Unsere Erde hat ein paar Besonderheiten. Im Inneren ist sie noch glühend heiß, ihre äußere Hülle ist aber inzwischen abgekühlt. Anders als andere Planeten verfügt die Erde über ganz viel Wasser. Forscher vermuten, dass es als Meteorit aus Eis auf der Erde eingeschlagen ist. Eine weitere Besonderheit ist das Magnetfeld der Erde. Es erstreckt sich von Pol zu Pol wie ein riesiges unsichtbares Netz über die Erde. Der Erdmagnetismus sorgt dafür, dass wir nicht von der Erde fallen. Die dritte Besonderheit ist unsere Erdatmosphäre.

 

Die Erdatmosphäre

Wer genau hinschaut, sieht, dass in dem Wort Erdatmosphäre unser Wort ‚atmen‘ drin steckt. Ohne unsere Erdatmosphäre können wir nicht atmen. Sie ist einer der Gründe dafür, dass es auf der Erde Leben gibt. Die Erdatmosphäre umgibt die Erde wie eine wärmende Bettdecke. Ihr Sauerstoff lässt uns atmen, ihre Hülle schützt uns vor Strahlen, vor Meteoriten und auch vor abstürzenden Satelliten. Dringen Meteoriten oder abstürzende Satelliten in die Erdatmosphäre ein, ist die Reibung so heftig, dass sie wie Sternschnuppen verglühen.

 

Das Gradnetz unserer Erde

Wenn ihr einen Globus betrachtet, sind euch bestimmt schon die vielen Linien auf dem Globus aufgefallen. Das ist unser Gradnetz. Mit diesem Gradnetz orientieren wir uns auf der Erde. Natürlich finden wir die Linien des Gradnetzes nicht in der Natur. So große Linien könnten wir gar nicht ziehen. Wir finden sie auf dem Globus, auf Landkarten und im Atlas. Wir unterscheiden die senkrechten Linien des Gradnetzes und die horizontalen Linien. Wir nennen die senkrechten Linien Längengrade und die waagrechten Linien Breitengrade.

 

Längengrade und Breitengrade

Die Linien, die vom Nordpol zum Südpol verlaufen, nennen wir Längengrade. Wer einen Winkelmesser in der Hand hat, kann sehen, dass ein Kreis in 360 Grad aufgeteilt ist. Ebenso ist die Erdkugel in 360 Längengrade aufgeteilt. Als die Längengrade eingeführt wurden, war England die wichtigste Seemacht auf der Erde. Deshalb hat man entschieden, das Gradnetz in England beginnen zu lassen. So läuft der Grad 0 der Längengrade durch London. Im Londoner Stadtteil Greenwich ist er mit einem Denkmal markiert.

 

Der Äquator

Das lateinische Wort ‚äqualis‘ bedeutet gleich. Der Äquator ist für uns die gedachte Linie, die die Erdkugel in zwei gleiche Hälften teilt. In eine nördliche Hälfte, die Nordhalbkugel und in eine südliche Hälfte, die Südhalbkugel. Dort, wo die Nordhalbkugel in die Südhalbkugel übergeht liegt der Äquator. Wenn ein Seemann früher mit seiner Mannschaft erstmals über den Äquator fuhr, erhielt er die Äquatortaufe. Mal wurde er nur mit Wasser überschüttet, mal wurde er auch an einem langen Seil ein Stück durch den Ozean gezogen.

 

Der Äquator und die Wendekreise

Vereinfacht sagen wir, dass die Sonne immer senkrecht über dem Äquator steht. Das stimmt nur an zwei Tagen. Zum Sommeranfang und zum Winteranfang, am 21. Juni und am 21. Dezember. Das hängt mit der Umlaufbahn der Erde um die Sonne zusammen. Die Erdachse ist auf der Nordhalbkugel über Sommer zur Sonne hin geneigt. Im Nordwinter weist ihre Neigung weg von der Sonne, während sich die Südhalbkugel zur Sonne hinneigt. Diese Bewegung spielt sich ab zwischen den sogenannten Wendekreisen.

 

Wir orientieren wir uns auf der Erde

Ihr könnt euch alle ein Schachfeld vorstellen. Ihr könnt dort auch das Feld C5 finden. Ähnlich ist das Gradfeld auf der Erde organisiert. Nur nicht in 8 mal 8, sondern in 360 mal 360 Felder. Wir benennen die Felder auch nicht nach Buchstaben und Zahlen, sondern nach Grad. London hat die Koordinaten 0 Grad WestOst und 51 Grad Nord. Moskau liegt etwa 38 Grad Ost und 55 Grad Nord. New York liegt 75 Grad West und 33 Grad Nord. So kannst du ganz einfach auf dem Globus oder im Atlas die Position einer Stadt ziemlich genau bestimmen.

 

Global Positioning System GPS

Kolumbus wäre glücklich gewesen, wenn er schon ein Gradnetz zur Verfügung gehabt hätte. Wir nutzen auch heute noch das Gradnetz. Aber für die Punkte dazwischen teilen wie ein Grad noch einmal in Grad-Minuten und die noch einmal in Grad-Sekunden ein. Selbst eine so genaue Einteilung reicht oft nicht mehr zum genauen Steuern/Navigieren aus. Hier nutzen wir die Genauigkeit von GPS. Was GPS bedeutet, steht oben in der Überschrift. Mit GPS können wir Punkte auf der Erde aus dem Weltall auf den Zentimeter genau messen.

 

Wie funktioniert GPS

Die Grundlagen für GPS haben schon die alten Griechen mit ihrer Mathematik und Geometrie geschaffen. Über die Dreiecksberechnung kann man Positionen ganz genau errechnen. Die Dreiecksberechnung steckt auch in dem Wort Trigonometrie. Um einen Punkt auf der Erde genau vermessen zu können, braucht man mindestens 3 Mess-Satelliten. Mehr Satelliten sind noch besser. Sie stehen wie Fixsterne über bestimmten Punkten der Erde. Mit ihrer Position lässt dann jeder Punkt auf der Erde zentimetergenau berechnen.

 

Unser Navi, unser Navigationsgerät

Unser Navi im Auto braucht auch den Kontakt zu Satelliten, an denen es sich orientieren kann. In der Tiefgarage kann es deswegen nicht funktionieren. Wenn wir unter freiem Himmel sind, beginnt es, sich zu orientieren. Es sucht den Kontakt zu Satelliten. Wenn es mindestens drei gefunden hat, bittet es uns, unser Ziel einzugeben. Wir tippen den Ort und die Straße ein. Von nun an vergleicht der kleine Computer im Navi die Position, an der wir uns gerade befinden mit unserem eingegebenen Ziel.

 

Sie haben ihr Ziel erreicht

Der kleine Computer im Navi ist mit ganz vielen kleinen Textbausteinen gefüttert. Die setzt er während der Fahrt so zusammen, dass er uns zum Ziel leiten kann. Weil die Informationen nicht in Sätzen, sondern in Textbausteinen gespeichert sind, klingt das Navi auch wie ein kleiner Roboter. Wenn alles gut geht, erreichen wir unser Ziel in der angegebenen Zeit. Wenn wir unser Ziel nicht richtig eingeben, kann es sein, dass uns das Navi zum falschen Ziel führt: In eine andere Straße, eine andere Stadt oder direkt in einen Fluss.

 

Das Gradnetz der Erde

Schon 500 Jahre vor Christi Geburt vermuteten Wissenschaftler in Griechenland, dass die Erde eine Kugel sein müsse. Aristote-les beobachte den runden Schatten der Erde auf dem Mond und vermutete: Die Erde kann nur eine Kugel sein. An der Küste beobachtete er ankommende Segelschiffe. Zuerst kann man nur die Mastspitze sehen, dann den Mast mit Segel und schließlich das ganze Schiff. Die Erde muss eine Kugel sein. Das vermutete auch Pythagoras. Etwa zur gleichen Zeit wie Aristoteles errechnete Eratosthenes den Umfang der Erde.

 

Der Umfang der Erde

Vor 2300 Jahren errechnete Eratosthenes in Ägypten den Umfang der Erde bis auf wenige hundert Kilometer genau. Er beobachtete, dass sich zu einer bestimmten Stunde die Sonne in einem tiefen Brunnen spiegelte. Er suchte einen zweiten Brunnen auf der Laufbahn der Sonne, in dem sich die Sonne ein wenig später spiegelte. Er maß die Zeit, die die Sonne von einem zum anderen Brunnen brauchte und maß die Strecke zwischen den Brunnen. Daraus errechnete er einen Umfang von knapp 40.000 Kilometern.

 

Die Erde ist k/eine Scheibe

In der Antike war den Menschen schon klar, dass die Erde eine Kugel ist. Mit dem beginnenden Mittelalter zweifelten Wissenschaftler die Kugelform an. Auch die Kirche bestand darauf, dass die Erde eine Scheibe sein müsse. Wer dem widersprach, musste um sein Leben fürchten. Erst tausend Jahre später, zu Kolumbus‘ Zeiten, verständigten sich die Menschen hinter vorgehaltener Hand, dass die Erde sicher kugelförmig sei. In der Annahme, dass die Erde rund ist, segelte Kolumbus in Richtung Westen nach Indien.

 

Das Gradnetz der Erde

Wenn man sich näher mit diesen Fragen befasst, ist man erstaunt, wie viel unsere Vorfahren schon über unsere Erde und unser Sternensystem herausgefunden hatten. Nicht nur, dass Eratosthenes den Umfang der Erde berechnet hatte, er entwarf auch eine Karte der damaligen Welt und legte zur Orientierung ein Gitternetz darüber. Der Astronom Hipparch teilte wenige Jahre später die Erde in 360 Grad ein. Ein weiterer Astronom, Ptolemäus, übertrug dieses 360-Grad-Netz auf seinen Atlas.

 

Auf dem Weg zu den Sternen

Menschen träumten schon immer davon, zu fernen Sternen reisen zu können. Mit Segelflugzeugen oder Propellerflugzeugen kann man nicht durch das Weltall reisen. Es fehlt die Luft für die Segel und für die Propellerschrauben. So musste die Menschheit warten, bis Raketen erfunden und gebaut wurden, die groß genug waren, sie ins Weltall hoch zu tragen. 1961 umkreiste der russische Kosmonaut Yuri Gagarin als erster Mensch die Erde. Im Sommer 1960 landeten die Menschen erstmals auf dem Mond.

 

Weltraumerkundung

In den folgenden Jahren erkundeten die Menschen den Weltraum. Sie schickten Raketen und Raumsonden zu weit entfernten Sternen. Weil Raketen damals nur einmal genutzt werden konnten, konstruierten amerikanische Ingenieure mit dem Space-Shuttle ein wiederverwendbares Raumschiff. Russische Ingenieure errichteten die Raumstation Mir und ersetzten sie später durch die ISS. An klaren Tagen können wir die ISS unten von der Erde über unseren Nachthimmel ziehen sehen.

 

 

Raumstationen auf Mond und Mars

Viele Menschen träumen von einem Leben auf Mond oder Mars. Das wird aber wohl ein Traum bleiben. Beiden Planeten fehlt die schützende Atmosphäre. Wir können dort oben auf Dauer nicht ungeschützt leben. Es wird auch kaum möglich sein, die Planeten zu begrünen, selbst wenn wir auf dem Mars Wasser finden sollten. Dazu sind Menschen nicht dafür geeignet, schwerelos im Raum zu fliegen. Schwerelosigkeit und Strahlung wären innerhalb von 2 Jahren tödlich. Wir sollten uns darauf einstellen, unsere Erde zu erhalten.

 

Kommunikation

Aus Filmen und Büchern wissen wir, dass sich die Indianer in Nordamerika mit Rauchzeichen verständigten. Bei den Azteken in Südamerika überbrachten Boten Stäbe mit allerlei Knoten und Schnüren, die versteckte Botschaften enthielten. Die Menschen lernten auch schon früh, sich mit Lichtzeichen zu verständigen. Mit Feuerzeichen und mit gespiegeltem Sonnenlicht. In Afrika meldeten die Stämme die Ankunft der Weißen mit Trommeln übers Land. Es gibt viele Wege, sich mit Zeichen zu verständigen.

 

Der Pony-Express

Als es in Amerika noch keine Eisenbahn gab, aber schon Menschen im Fernen Westen wohnten, gründeten 1860 Unternehmer den Pony-Express. Bis Missouri reisten die Briefe mit der Bahn. Bis San Francisco übernahm der pony-Express den Transport. Die 3000 Kilometer lange Strecke wurde in 150 Abschnitte eingeteilt. Alle 20 Kilometer wurde eine Station mit frischen Pferden eingerichtet. Dort wechselten die Reiter ihre Pferde. Nach etwa 100 Kilometern wechselten die Reiter. So erreichte ein Brief aus Missouri San Francisco in 10 Tagen.

 

 

Der Pony-Express wird zur Postkutschenlinie

Weil der Transport der Briefe mit den Expressreitern gut funktionierte, gingen bald auch Postkutschen mit Briefen, Paketen und Fahrgästen auf die Reise. Die Strecke, die Reiter, die Stationen längs der Strecke und die Städte entlang der Strecke wurden zum Stoff für Bücher und ungezählte Westernfilme.

 

Der Bote von Marathon

500 Jahre vor Christus besiegten die Athener das Heer des persischen Königs Dareios. Jetzt drohte Gefahr von den Schiffen der persischen Flotte, die Athen anzugreifen drohten. Um die Nachricht vom Sieg zu melden und um die Bürger Athens vor der persischen Flotte zu warnen, schickten die Griechen einen Boten nach Athen. Der Bote erreichte Athen, soll aber, nachdem er die Nachricht übermittelt hatte, vor Erschöpfung tot umgefallen sein. Nach diesem Botenlauf ist der heutige Marathon-Lauf benannt.

 

Kommunikation am Limes

In der Zeit, als die Römer einen Teil Germaniens besetzt hatten, errichteten sie den Limes, einen viele hundert Kilometer langen Grenzwall vom Rhein bis an die Donau. Entlang der Grenze standen in Sichtweite Wachttürme. Sollten die Germanen die Grenze überschreiten, konnten die Wachtsoldaten innerhalb von Minuten mit Trompetensignalen, Feuerzeichen von Turm zu Turm Alarm schlagen. In weniger als einer Stunde trafen dann die Soldaten aus den Kastellen hinter dem Limes ein uns vertrieben die Eindringlinge.

 

Kommunikation zwischen Schiffen

Die Schwarze Flagge mit dem aufgenähten Totenkopf war nichts anderes als Piraten-Kommunikation: Leute hütet euch, seid friedlich, gebt uns euer Geld, euer Schiff! Wir sind Piraten. Neben den Schiffshörnern sind Fahnen sind bis heute wichtige Zechen der Verständigung. Wenn ihr mal im Lexikon oder im Internet nachschaut, findet ihr dort sogar ein richtiges Flaggenalphabet. Wenn der Funk ausfällt, stellen sich heute noch Matrosen an die Reling und verständigen sich mit Flaggenzeichen.

 

Kommunikation mit Brieftauben

In Frankreich und England lebt eine Familie, die dank der Kommunikation mit Brieftauben sehr reich geworden ist. Die Rothschilds. Die Brüder Rothschild informierten sich über alles, was passierte, mit Brieftauben. Als Napoleon 1815 bei Waterloo in Belgien vernichtend geschlagen wurde, erfuhr es einer der Brüder Rothschild vor allen anderen. Erkaufte Aktion und Staatsanleihen, bevor die anderen Händler an der Börse wussten, dass der englische General Wellington die Schlacht gewonnen hatte. Brieftauben brachten die Nachricht. 

 

Das Morse-Alphabet

Nur wenig mehr als ein Jahrzehnt später begann das Zeitalter der modernen Kommunikation. Samuel Morse hatte den Telegrafen erfunden und dazu sein Morsealphabet entwickelt. Morse war Professor für Kunst und Bildhauerei. Mit seinem Assistenten entwickelte er nebenbei den Morse-Apparat und auch ein Morse-Alphabet. Doch keiner wollte ihm seine Erfindung abkaufen. Aber alle Welt nutzte sie. Deshalb bestimmte 1853 ein amerikanisches Gericht, dass alle, die Morsegeräte nutzen, Morse auch Lizenzen zahlen müssen.

 

So funktioniert ein Morse-Gerät

Ihr kennt den Versuch aus dem Sachunterricht. Wenn ich einen Stromkreis schließe, leuchtet eine Lampe auf. Man könnte auch eine Klingel läuten lassen. Öffne ich den Stromkreis mit dem Schalter, geht das Licht aus, weil kein Strom mehr fließen kann. Jetzt stellen wir uns zwei 100 Kilometer voneinander entfernte Bahnhöfe vor. Längs der Strecke sind Kabel verlegt. Wenn der eine Bahnhofsvorsteher jetzt das Morsegerät bedient, ertönt im anderen Bahnhof ein Laut. An Hand der Laute kann der Kol-lege die Nachricht lesen und darauf reagieren oder antworten.

 

Das Morse-Alphabet

Morse hatte zunächst nur einen Code mit 10 Zeichen entwickelt. Damit konnte er aber auch Buchstaben übermitteln. Sein Assistent hat dann eine bessere Lösung gefunden und für jeden Buchstaben ein Morsezeichen entwickelt. Das bekannteste Morsezeichen ist S O S. Rettet unsere Seelen. Es wurde erstmals gesendet, als die Titanic unterging. Ein italienischer Ingenieur hatte damals gerade den Funk erfunden. Ein solches Gerät war auf der Titanic installiert. Es half, viele Menschen zu retten.

 

Wir morsen

Mit seinen Licht-an-Licht-aus-Signalen hat Morse eigentlich schon die Grundlage der digitalen Information genutzt. Wir können Morses Ideen ganz leicht nachvollziehen und uns mit Taschenlampen Botschaften morsen. Dazu zeichnen wir alle Signale auf eine Karte. Wir schauen auf die Karte und buchstabieren unser Wort mit den Morsezeichen. Das geht auch mit einem einfachen Summer oder mit einer Pfeife. Verschüttete Bergleute haben in ihrer Not die Zeichen mit dem Hammer auf Stein gemorst und konnten gerettet werden.

 

Der Telegraf

Morses Idee wurde im Laufe der Jahre zum Telegrafen, zum Fernschreiber weiterentwickelt. Am Ende der Leitung saß jetzt niemand mehr, der die Töne anhörte und mitschrieb. Am Ende der Leitung war jetzt ein Stift angebracht, der die Zeichen auf einen Papierstreifen schrieb. Mit einiger Übung konnten die Empfänger die Nachricht auf den schmalen Papiersteifen ganz schnell lesen. Morse hatte eine neue Entwicklung angestoßen. Jetzt gingen die Erfinder daran, zum Fernschreiber auch den Fernsprecher zu erfinden.

 

Philipp Reis

Philipp Reis war der Sohn eines Bäckermeisters aus Gelnhausen. Er war Physiker und Erfinder.1861 stellte er seinen ersten Fernsprecher vor. Er nannte ihn Telephon. Er ließ etliche Apparate bauen, hatte damit aber in Deutschland damals keinen Erfolg. Die Deutschen wollten vom Telephon noch nichts wissen. Er erkrankte früh und starb schon mit 40 Jahren.

Interessant zu wissen ist, dass Philipp Reis damals schon Roll-Schlittschuhe, die Vorfahren der modernen Rollerblades und Inlineskates erfunden hatte. 

 

Alexander Graham Bell

Nachdem Morse den Fernschreiber erfunden hatte, versuchten viele Erfinder, nun auch gesprochene Worte mit einem Fernsprecher zu übertragen. Anders als reis fand bell mehr Unterstützung So konnte er 1876 sein Telefon vorstellen. Er hatte es auf der Erfindung von Reis weiterentwickelt. Die großen Telegrafengesellschaften unternahmen alles, um Bells Telefon zu verhindern. So gründete 1885 die Amerikanische Telefon- und Telegrafen-Company. ATT, so ist ihre Abkürzung, ist heute die größte Telefon-Gesellschaft der Welt.